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Was machen eigentlich die weißen Blutkörperchen?

January 11th, 2012 in Gesundheit by admin

Blut, dieser rote Lebenssaft durchströmt die Adern des menschlichen Körpers und versorgt alle Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen. Gleichzeitig werden die Abbauprodukte aus dem Gewebe entsorgt und Eindringlinge bekämpft. Das Blut ist also Pizzabote, Müllabfuhr und Polizei gleichzeitig. Kaum ein anderes Organ übernimmt so viele Funktionen wie das Blut.

4 bis 5 Liter erhalten das Leben

An diesen vielen Funktionen sind unterschiedliche Zellen beteiligt. Die roten Blutkörperchen, Erythrozyten genannt, übernehmen den Transport der Atemgase. Die Blutplättchen sorgen für die Blutgerinnung und die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) kümmern sich um die Abwehr des Körpers gegen Bakterien, Viren Pilze sowie Parasiten. Werden alle Zellen aus dem Blut entfernt, bleibt das Blutplasma übrig. In diesem sind Proteine, Nährstoffe, Elektrolyte, Gase, Stoffwechselprodukte und Vitamine gelöst.

Polizei und Sondereinsatzkommando

Die Leukozyten werden wie die anderen Blutzellen im roten Knochenmark gebildet und sind maßgeblich an den Leistungen des Immunsystems beteiligt. Das Immunsystem kann in zwei große Einheiten unterteilt werden, nämlich in einen unspezifischen angeboren Teil und einen spezifischen vernetzen so genannten erlernten Teil. Das angeborene Immunsystem stellt sozusagen die Polizei des Körpers dar, es ist die erste Instanz die ein Eindringling überwinden muss. Trifft diese Einheit auf ein schädliches Bakterium, wird es von Fresszellen, den Phagozyten und natürlichen Killerzellen attackiert. Diese können den Körper wie eine Streife durchwandern auf der Suche nach fremden Zellen, andere sind ortsständig und überwachen bestimmte Organe. Die Streifenpolizisten können auch per Alarm durch infizierte Körpereigene Zellen angelockt werden.

Jede Zelle muss sich ausweisen können, die Herkunft wird dabei von bestimmten Zuckermolekülen auf der Oberfläche der Zellen kodiert. Erkennt eine Abwehrzelle nun eine Körperfremde Zelle, stehen verschieden Waffen für die Bekämpfung dieser Eindringlinge zur Verfügung wie Lysozym, Wasserstoffperoxid und Stickstoffmonoxid und Sauerstoffradikale. Dieser Angriffskomplex zerstört die Membranen also die Schutzhülle der Erreger und löst sie auf. Die Überreste werden vertilgt. Dadurch verändert sich die Oberfläche dieser Zellen, sie können so den Steckbrief des Erregers anderen Zellen mitteilen und diese aktivieren. Denn sind die Invasoren in der Überzahl, muss Verstärkung angefordert werden. Dann kommt das Sondereinsatzkommando, die spezifische Abwehr zu Hilfe.

Die Lymphozyten dieser Spezialeinheit leben in den Lymphknoten und anderen lymphatischen Geweben, benötigen aber etwas Anlaufzeit. Die Einheit besteht aus T und B Zellen. Das T steht für die Toxizität dieser Zellen, sie können den programmierten Zelltod infizierter Zellen oder Tumorzellen, die so genannte Apoptose (Selbstmord) einleiten. (Das ist auch der Grund warum Patient nach Organtransplantation lebenslang Immunhemmenden Medikamente einnehmen müssen)
Die B Zellen sind zum einen Gedächtnis (B wie Brain-Gehirn) und zum anderem in aktivierter Form Produktionsstätte von spezial Waffen, den Antikörpern. Diese Antikörper richten sich ganz speziell gegen nur ein einziges Bakterium oder einen Virus usw. Der Körper lernt bei jedem Angriff dazu und merkt sich diesen Bauplan. Nur deshalb ist es möglich gegen bestimmte Infektionskrankheiten zu impfen.

Bildnachweis: Maurus Völkl / pixelio.de

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