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Erosion- der neue Feind der Zahnärzte

December 7th, 2011 in Gesundheitsnews by admin

GebissKämpfte der Zahnarzt noch vor einigen Jahren vornehmlich gegen Karies, muss er sich heute mit einem ganz anderen Thema auseinandersetzten. Die Aufklärung bereits im Kindergarten sowie regelmäßige Prophylaxesitzungen für die Großen, hat viele Eltern sensibilisiert. Es ist ein stetiger Rückgang bei der Kariesprävalenz zu verzeichnen und das ist auch gut so. seit einigen Jahren zeigt sich jedoch immer öfter ein ganz spezielles Krankheitsbild, die Erosion.

Was ist eine Erosion und wie entsteht diese?

Bei der Erosion werden durch Säuren Mineralien aus dem Zahnschmelz herausgelöst. Da dieser zu ca. 98% aus anorganischen Mineralien (Hydroxylappatit) besteht, bleibt nicht sehr viel vom Schmelz übrig. Da immer nur eine dünne Schicht gelöst wird fällt dieser Verlust dem Patienten erst sehr spät auf. Der Konsum säurehaltiger Lebensmittel lässt sich kaum vermeiden. Wie bei den versteckten Fette, bedarf es bei den versteckten Säuren einer genauen Aufklärung. Eine gesunde Ernährung mit 5 Einheiten Obst am Tag ist leider kontraproduktiv für den Erhalt des Zahnschmelzes.

Wie vermeiden?

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass Getränke wie Kola, Energiedrinks und Co einen pH-Wert ähnlich dem der Magensäure (Salzsäure) besitzen. Doch auch Früchtetees, gesund anmutend, haben einen sehr niedrigen pH-Wert. Wer denkt bei eingelegtem Gemüse, Ketchup und frischgepresstem Orangensaft schon an Zahnschmelzabbau? Zitrusfrüchte werden gern als Vitamin C Bomben bezeichnet, was wohl auch zutrifft. Doch Vitamin C ist nichts anderes als eine Säure, nämlich Ascorbinsäure. Diese wird auch gern als Konservierungsmittel benutzt und findet sich in vielen Produkten wieder.

Möchte Sie dennoch nicht auf eine gesunde Ernährung verzichten, hier ein paar Tipps:

- genießen Sie Obst in Kombination mit Milchprodukten wie Joghurt oder Quark, das darin enthaltene Calcium bindet die Säure
- Orangensaft wird im Handel mit Calciumzusatz angeboten
- Versuchen Sie Softdrinks zu vermeiden oder den Konsum einzuschränken
- Benutzen Sie Fluoridhaltige Zahnpasta, diese kann einen kurzfristigen Schutzschild aufbauen, nach dem putzen nicht nachspülen verstärkt den Effekt
- Regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt helfen Erosionen frühzeitig zu erkennen
- Vermeiden sie stark abrasive Zahnpasten welche den Schmelz aufhellen sollen, diese schmirgeln nur Verfärbungen herunter können aber keine Zahnfarbe korrigieren, überlassen Sie das dem Profi

Es werden spezielle Zahnpasten angeboten die angeblich verlorengegangenen Zahnschmelz reparieren können. Diese meist recht teuren Produkte konnten bislang keinen nachweisbaren Effekt in unabhängigen Studien erzielen. Verlorengegangenen Zahnschmelz kann man nicht „draufputzen“.

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